Schürfwunden

Schürfwunden sind Verletzungen der obersten Hautschicht. Meistens heilen sie problemlos ab, jedoch kann es durch Infektionen bei großflächigen Abschürfungen zu einer verzögerten Wundheilung kommen. Schürfwunden heilen normalerweise am besten ohne das Aufbringen körperfremder Substanzen ab. Verantwortlich dafür sind die komplexen Vorgänge der natürlichen Wundheilung die einen optimalen Schutz gegen Infektionen und Narbenbildung bieten.

Allgemeines

Bei Schürfwunden handelt es sich um Verletzungen der oberflächlichen Hautschicht (Epidermis). Die Verletzung entsteht dabei durch eine tangentiale Gewalteinwirkung auf die Haut. Schürfwunden bluten zwar meist nur wenig, jedoch kommt es zum Austritt von Gewebsflüssigkeit aus der Wundfläche. Bei tieferen Schürfwunden kann es wegen einer Verletzung kleiner Blutgefäße der darunter liegenden Lederhaut zu einem punktförmigen Austritt von Blut kommen.

Symptome

Bei Schürfwunden steht der Wundschmerz im Vordergrund der Beschwerdesymptomatik. Darüber hinaus kommt es zu einer Absonderung von Blut und Gewebsflüssigkeit im Wundgebiet.

Sofortmaßnahmen

Bei der ersten nicht ärztlichen Wundversorgung sollten unbedingt Schutzhandschuhe verwendet werden, um sich vor Infektionen mit HIV oder Hepatitis zu schützen! Die Wunde wird mit keimfreiem (sterilen) Verbandsmaterial verbunden. Dabei ist darauf zu achten, dass die Wunde nicht berührt wird. Fremdkörper, die in der Verletzung festsitzen, müssen durch einen Arzt entfernt werden. Die Reinigung von verschmutzten Wunden sollte ebenso nur durch einen Arzt erfolgen. Das Auswaschen einer Wunde sowie das Auftragen von Cremes, Salben, Sprays, Puder, Desinfektionsmitteln oder Ähnlichem sollte unbedingt unterlassen werden und der späteren ärztlichen Versorgung überlassen werden.

Therapie und Verlauf

Sofort nach dem Unfall füllt der Organismus die Wundfläche mit Blut, Fibrin und Thromben auf. Diese Vorgänge der Exsudationsphase sollen die Wunde vor dem Eintritt von Keimen schützen und den Körper vor einem zu starken Blutverlust bewahren. Die erste Phase der Wundheilung dauert je nach Größe und Tiefe der Wunde bis zu vier Tage an. In der nächsten Phase versucht der Körper die Wunde wieder selbstständig zu verschließen. Dabei wird in der Wundfläche eine spezielle Gewebeart, das Granulationsgewebe, gebildet. Zusätzlich werden mehr und mehr Fasern aus Kollagen aufgebaut, die die Wundfläche immer weiter verkleinern und die Wundränder näher zu einander bringt. Diese Proliferationsphase dauert bis zu zehn Tage an. In der Regenerationsphase werden die Kollagenfasern weiter stabilisiert, die Wundheilung kommt zu einem Abschluss. Dieser gesamte Prozess der natürlichen Wundheilung sollte nicht durch zusätzliche Maßnahmen, wie Salbenverbände oder sonstiges gestört werden. Nur bei sehr großen und infizierten Schürfwunden kann ein zusätzliches Eingreifen nötig sein. Die Entscheidung darüber trifft aber immer der behandelnde Arzt. Als unterstützende Maßnahme zur Wundheilung ist in den allermeisten Fällen lediglich ein Schutz der frischen Wundfläche vor zusätzlichen Verletzungen nötig. Der Verband sollte täglich gewechselt werden um die Wundheilung überprüfen zu können und somit frühzeitig Infektzeichen zu erkennen. Bei Zeichen einer Infektion sollte, sofern es nicht vorher bereits geschehen ist, unbedingt ein Arzt konsultiert werden. Hat sich im Laufe der Zeit eine Kruste über die Wunde gebildet, kann der Verband weggelassen werden. Die Kruste sollte nicht abgetragen werden, da sie ein optimaler Schutz für die sich darunter bildende neue Haut ist.

Rehabilitation

Findet sich die Wunde im Bereich eines Gelenkes, welches bei bestimmten Sportarten beansprucht wird, so z.B. das Kniegelenk beim Laufen, sollte während der Wundheilung mit sportlichen Betätigungen pausiert werden, damit die Kruste nicht aufreißt und somit der Heilungsprozess ungestört ablaufen kann. Auf Wassersport und Vollbäder sollte bis zum Abschluss der Wundheilung verzichtet werden, duschen ist jedoch problemlos möglich.

Prognose

Kleine Schürfwunden heilen meist in wenigen Tagen ohne Narbenbildung ab. Ausgedehnte Hautabschürfungen können Narben hinterlassen, wenn die Lederhaut mitverletzt wurde. Hier kann die Wundheilung ein bis zwei Wochen dauern. Kommt es jedoch zum Wundinfekt kann dies den Heilungsverlauf deutlich verzögern.