Wadenkrämpfe

Wadenkrämpfe treten meist plötzlich auf und gehen mit heftigen Schmerzen einher. Wadenkrämpfe kommen meist plötzlich und führen oft zu heftigen Schmerzen. Warum sich plötzlich einzelne Muskelgruppen in der Wade zusammenziehen und dann nicht mehr entspannen, konnte bisher nicht genau geklärt werden. Viele Menschen haben schon einmal Wadenkrämpfe erlebt, wenn sie sich sportlich verausgabten oder im kalten Wasser schwammen. Besonders lästig sind nächtliche Wadenkrämpfe, die so stark sein können, dass sie den gesamten Schlafrhythmus durcheinander bringen. Etwas vereinfacht lassen sich bei den Wadenkrämpfen drei verschiedene Arten unterscheiden:

• der gelegentlichen Wadenkrampf, für den sich keine genaue Ursache finden lässt, der unversehens auftritt wie z.B. ein Schluckauf

• Wadenkrämpfe, die ein Warnzeichen für eine zugrunde liegende Erkrankung sind. In Frage kommen Gefäß-, Nerven- oder Stoffwechselerkrankungen

• eine weitere Art der Wadenkrämpfe tritt auf, wenn der innere Flüssigkeits- und Mineralstoffhaushalt aus dem Gleichgewicht geraten ist.

Dafür gibt es ganz verschiedene Ursachen: Erbrechen, Durchfall, Missbrauch von Abführmitteln oder vermehrtes Schwitzen in den Sommermonaten. Mit der Flüssigkeit gehen dem Körper auch Kalzium und Magnesium verloren. Fehlen diese Elektrolyte, ist das Muskelgewebe leichter erregbar und es entsteht eine erhöhte Krampfbereitschaft. Wenn Wadenkrämpfe regelmäßig auftreten, dann sollte ein Arzt aufgesucht werden. In der Regel werden dann Magnesiumpräparate verschrieben. Ist jedoch eine tieferliegende Erkrankung die Ursache für die Krämpfe, wird natürlich die Grundkrankheit behandelt. Eine ausgewogene Lebensführung mit einer magnesiumreichen Ernährung kann Wadenkrämpfen vorbeugen.

Bei einem Wadenkrampf zieht sich ein Muskel oder eine Muskelgruppe schmerzhaft zusammen, ohne sich wieder zu entspannen. Dies betrifft meist die Wadenmuskeln, kann sich auch auf jene Muskeln ausbreiten, die für die Beugung der Zehen verantwortlich sind. Das Zusammenziehen eines Muskels wird in der Fachsprache Kontraktion genannt. Im Falle eines Krampfes ist diese Kontraktion typischerweise tonisch, d.h. dauerhaft. In medizinischen Texten älteren Datums wird der Wadenkrampf auch unter der Bezeichnung Krampus-Syndrom aufgeführt.

Ursachen Magnesiummangelsyndrom

Ein Magnesiummangelsyndrom kann den ganzen Körper betreffen und zahlreiche Symptome erzeugen. Ein derartiger Mangel wird selten diagnostiziert, da ein Magnesiummangel nur in einem Muskel oder einem Organsystem vorliegen kann, auch wenn der gemessene Magnesium-Gehalt im Blut normal ist. Die häufigsten Ursachen für ein Magnesiummangelsyndrom sind:

• starkes Schwitzen

• vermehrter Bedarf an Magnesium, besonders in der Schwangerschaft, bei starker körperlicher Belastung (u.a. Leistungssport), aber auch bei allgemeinem Dauerstress

• erhöhte Ausscheidung von Körpersalzen, weil wasserausscheidende Medikamente (Diuretika) oderAbführmittel eingenommen werden

• chronisches Erbrechen und chronischer Durchfall

• Stoffwechselstörungen wie z.B. Schilddrüsenerkrankungen oder Diabetes

• einseitige Ernährung, langes Hungern, aber auch Diäten

• chronischer Alkoholmissbrauch

• mangelndes Trinken (besonders häufig bei alten Menschen)

Erste Hilfe bei Wadenkrämpfen

Bei Muskelkrämpfen aller Art hilft es, den Muskel zu dehnen. Wer von einem Wadenkrampf geplagt wird, versucht am besten, die Zehen zu umfassen und sie in Richtung des Schienbeins zu ziehen. Eine andere Möglichkeit besteht darin, umherzulaufen und dabei fest auf den Boden aufzutreten. Einigen Menschen hilft es auch, sich die Wadenmuskulatur zu massieren; andere schwören dagegen auf die entspannende Wirkung einer warmen Dusche. Es ist wichtig darauf hinzuweisen, dass ein plötzlicher heftiger Schmerz in der Wade auch andere Ursachen als einen Krampf haben kann, so z.B. kann auch eine Thrombose oder ein Muskelfaserriss dafür verantwortlich sein. Sollte der Schmerz nicht relativ schnell wieder verschwinden, ist zur weiteren Abklärung unbedingt ein Arzt aufzusuchen.

Ärztliche Maßnahmen

Kommt ein ansonsten gesunder Mensch zum Arzt und klagt über Wadenkrämpfe, so wird der Arzt im Regelfall keine aufwendige Diagnostik betreiben, denn die ist teuer und zeitintensiv. Eher wird er sich für einen Therapieversuch mit Magnesium-Tabletten entscheiden und abwarten, ob damit die Beschwerden verschwinden. Normalerweise werden dazu zwischen 200 mg und 400 mg Magnesium eingenommen. Bei einer derartigen Dosierung ist die Behandlung mit Magnesium in der Regel nebenwirkungsfrei bzw. -arm. Eine langfristige Einnahme sollte jedoch mit dem behandelnden Arzt abgestimmt werden.

Vorsicht ist geboten, wenn die Nierenfunktion gestört ist. Werden am selben Tag noch andere Arzneimittel, vor allem Eisen-, Natriumflouridpräparate oder Tetrazykline eingenommen, so sollte dies zeitlich versetzt zum Magnesium geschehen. Treten Wadenkrämpfe jedoch sehr oft, z.B. jede Nacht auf, muss die genaue Ursache für die Wadenkrämpfe abklärt werden. Besteht ein Verdacht, dass eine Gefäßerkrankung vorliegt, werden Röntgen- und Ultraschalluntersuchungen durchgeführt. Legen Vorerkrankungen und weitere Symptome nahe, dass eine Polyneuropathie die Ursache sein könnte, erfolgt eine Überweisung zu einem Neurologen. Wenn die Wadenkrämpfe nur das Symptom einer tieferliegenden Erkrankung sind, richtet sich die Therapie nach der Grunderkrankung.