Schlauchreifen oder Drahtreifen?
Drahtreifen haben sich heute weitgehend durchgesetzt, sie sind im Unterschied zu früher nicht mehr deutlich schwerer als Schlauchreifen. Trotzdem sollte man um Vor- und Nachteile beider Reifenarten wissen, die JoMi kurz aufzählte:
Vorteile:
- Schlauchreifen haben etwas geringeres Gewicht als Drahtreifen.
- Bei einer Panne kann man trotzdem noch ein Stück weiterfahren, der Reifen springt nicht von der Felge (das ist für Rennen und bei Abfahrten interessant).
- Sie können mit höherem Druck aufgepumpt werden, da kein Felgenhorn die hohen Kräfte aufnehmen muß (Schlauchreifen sind dann ungünstiger auf schlechten Straßen, aber im Rennen etwas schneller).
- Andererseits kann man sie auch weniger aufpumpen, da sie praktisch keine Durchschläge verursachen.
- Die Felgen sind leichter. Eine geringere rotierende Masse bringt Vorteile bei häufigem Beschleunigen und Abbremsen, insbesondere wiederum bei Rennen. Bei 200g-Reifen kann das insgesamt 350-400g ausmachen.
- Sie haben etwas geringeren Rollwiderstand und
- etwas besseren Rundlauf (hierzu gibt es Widersprüche; gravierend ist der Unterschied zu Drahtreifen jedenfalls nicht mehr).
Nachteile:
- Bei einer Panne ist guter Rat unterwegs teuer. Eine saubere Verarbeitung ist dann oft nicht möglich. Der Kitt muss normalerweise erst aushärten, d.h., man kann nicht so "unbesorgt" weiterfahren. Geklebte Reifen beginnen auf erwärmten Felgen zu "schwimmen" und sind daher gefährlich (z.B. bei langen Abfahrten in den Alpen).
- Der Reifenwechsel ist sehr umständlich.
- Flicken ist kaum möglich, auf Dauer sind Schlauchreifen teuer.
Insgesamt kann man also sagen, daß Schlauchreifen allenfalls bei Rennen noch eine gewisse Berechtigung haben. Allzu stark können die Vorteile allerdings nicht wiegen, denn mittlerweile setzen auch Profis vorwiegend Drahtreifen ein - im Training allemal.